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Der Enshittificator: Ein neues Berufsbild in Zeiten der Tech-Kritik

Der Enshittificator ist ein neues Berufsbild, das Konsumentenschützer in der Tech-Branche ins Leben gerufen haben. Doch was steckt wirklich dahinter?

Von Nina Schwarz3. Juli 20262 Min Lesezeit

KIEL, 3. Juli 2026Eigener Bericht

In den letzten Jahren hat sich ein neues Berufsbild herausgebildet, das in der Tech-Branche für viel Aufsehen sorgt: der Enshittificator. Immer mehr Konsumentenschützer fordern diese Rolle, um gegen die oft als unethisch wahrgenommenen Praktiken von Technologieunternehmen anzugehen. Aber was bedeutet das konkret? Und ist das wirklich der Weg, um die Verbraucherrechte in der digitalen Welt zu stärken?

1. Wer ist der Enshittificator?

Der Enshittificator, ein Begriff, der offensichtlich auf ironische Weise abgeleitet wurde, beschreibt im Grunde einen Konsumentenschützer, der speziell gegen die Praktiken der Tech-Industrie vorgeht. Er soll Transparenz schaffen und aufdecken, wie Verbraucher oftmals über den Tisch gezogen werden. Es bleibt jedoch fraglich, ob ein einzelner Enshittificator wirklich die Macht hat, die Praktiken solcher großen Unternehmen nachhaltig zu verändern. Können ein paar kritische Stimmen wirklich den gigantischen Einfluss von Tech-Giganten stoppen?

2. Der Ursprung des Begriffs

Der Begriff "Enshittificator" originierte in den Online-Diskussionen über die Miseren, die Nutzer in der digitalen Welt oft erleben. Eigenschaften wie Überwachung, Datenmissbrauch und manipulative Geschäftsmodelle stehen im Zentrum dieser Kritik. Doch ist der Name nicht selbst schon eine Verharmlosung? Statt eines ernsthaften Dialogs wird durch diesen Begriff oft einfach nur mit einem Augenzwinkern auf ein ernstes Problem hingewiesen. Wo bleibt die Substanz in der Diskussion?

3. Der Einfluss auf die Verbraucher

Konsumentenschützer erhoffen sich durch die Arbeit des Enshittificators, dass Verbraucher besser informiert werden. Doch ist das nicht ein schmaler Grat? Informierte Verbraucher sind zwar wichtig, aber können sie die Komplexität der Technologien wirklich verstehen? Die Plattformen, die wir regelmäßig nutzen, sind oft so komplex, dass nur wenige wirklich durchblicken, was ihre Daten damit machen. Ist es wirklich realistisch zu glauben, dass der Enshittificator die Menschen so aufklären kann, dass sie ihre Entscheidungen bewusst treffen?

4. Reagieren Tech-Unternehmen?

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage, ob Tech-Unternehmen überhaupt auf diese Kritik reagieren. Bieten sie nur kosmetische Änderungen an, um dem Druck der Öffentlichkeit standzuhalten? Viele Firmen haben in der Vergangenheit kleine Anpassungen gemacht, ohne wirklich an ihren grundlegenden Geschäftsmodellen zu rütteln. Was passiert, wenn die Enshittificator-Kampagnen nicht die gewünschten Veränderungen bewirken? Ist das nicht ein Zeichen dafür, dass die Unternehmen immun gegen differenzierte Kritik sind?

5. Zukünftige Perspektiven

Sollte der Enshittificator tatsächlich als Berufsbild Anerkennung finden, was folgt dann? Werden wir eine Welle von neuen Berufen erleben, die sich mit den Fehlern der digitalen Welt auseinandersetzen? Oder ist dies nur ein vorübergehender Trend, der bald in der Versenkung verschwindet? Die Frage bleibt offen, und vielleicht steckt hier ein tieferer Riss in der Gesellschaft, der sich nicht nur durch ein neues Berufsbild beheben lässt. Ist die Schaffung des Enshittificators womöglich nur eine Ablenkung von den realen Problemen, die wir in der Tech-Welt dringend angehen sollten?

6. Die Rolle der Gesellschaft

Letztlich fordert dieser Diskurs auch die Gesellschaft insgesamt heraus. Einerseits stärken Konsumentenschutzbewegungen die Stimme der Verbraucher, andererseits kann man sich fragen, ob wir eine Kultur des Ausgeliefertseins geschaffen haben. Sind wir nicht alle ein bisschen zu bequem geworden, wenn wir darauf warten, dass ein Enshittificator die Arbeit für uns erledigt? Wo bleibt die Verantwortung jedes Einzelnen in dieser Debatte?

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